Home 2018-11-26T11:56:50+00:00

Gartenstädte statt Gartenzwerge!

Berlin wächst unaufhaltsam und Wohnungen, Kitas und Schulen werden dringender benötigt als je zuvor! Auf landeseigenen Flächen könnten 400.000 Wohnungen in der Stadt entstehen, die Wohnraum für mehr als eine Million Menschen bieten würden. Aktuell werden diese Flächen jedoch von etwa 60.000 Kleingärtnern genutzt. Nun plant der Senat, diese Kleingartenpachtverträge bis 2030 zu verlängern. Das ist eine Katastrophe für unsere Stadt!

Die betroffenen Kleingärten stehen im Landeseigentum, das heißt, sie gehören allen Berlinern! Die Nutzung dieser Flächen hat daher auch dem Interesse aller Berliner zu dienen! Wohnen muss jeder, bezahlbarer Wohnraum ist ein Menschenrecht! Kein Menschenrecht, sondern ein Privileg, ist die Nutzung einer Kleingartenparzelle!

Es ist höchste Zeit, dem Kleingartenirrsinn ein Ende zu bereiten und für eine soziale und familiengerechte Stadt einzutreten. Wer sich jetzt nicht wehrt, hat später auch kein Recht, sich über die Mangelzustände in unserer Stadt zu beklagen.

Wenn Ihnen die Zukunft Berlins am Herzen liegt und „Gartenstädte statt Gartenzwerge“ auch Ihr Ziel ist, dann tun Sie Ihre Meinung kund!

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,

Ich unterstütze die Initiative „Gartenstädte statt Gartenzwerge“ und fordere als besorgter Bürger dieser Stadt:

Keine Verlängerung der Kleingartenpachtverträge vor Ende 2019!
Masterplan für den Wohnungsbau in Berlin unter Einbeziehung der Kleingartenflächen!
Für bezahlbares Wohnen, Kitas und Schulen!

Nehmen Sie die Meinung der Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner nicht nur zur Kenntnis, sondern auch ernst!

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Aufruf an alle Berlinerinnen und Berliner!

Gartenstädte statt Gartenzwerge!
Warum die Verlängerung der Kleingartenpachtverträge eine Katastrophe für Berlin wäre!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wende mich an Sie mit einem Anliegen, das uns alle betrifft: Der künftige Umgang mit den Kleingartenflächen unserer Stadt! Meine offenen Briefe an Frau Bausenatorin Lompscher haben eine breite Diskussion zu diesem Thema ausgelöst.

Zudem hat eine Umfrage aus dem Frühsommer dieses Jahres ergeben, dass schon damals eine deutliche Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner eine zumindest teilweise Bebauung der Kleingartenflächen für bezahlbaren Wohnraum, Kitas und Schulen befürwortet.

Trotz dieser eindeutigen Willensbekundung beschließt nun die rot-rot-grüne Landesregierung in einer Hauruck-Aktion, die Pachtverträge für die landeseigenen Flächen bis 2030 zu verlängern! Diese Missachtung des Bürgerwillens ist nicht nur politisch skandalös und falsch, sondern im Ergebnis unverantwortlich!

Das Land Berlin begibt sich ohne Not und zum Nachteil der überwiegenden Mehrheit seiner Bürger aller Möglichkeiten, dem dramatischen Wohnungsnotstand zeitnah und umfassend zu begegnen. Das müssen wir gemeinsam verhindern, denn die Folgen wären fatal:

  • Es wird absehbar in den nächsten Jahren keinen nennenswerten sozialen Wohnungsbau in der Stadt geben! Damit wird bezahlbarer Wohnraum zu einer reinen Utopie!
  • Der schon jetzt bestehende Mangel an Schulen und Kitas wird sich dramatisch verschärfen! Der damit verbundene Rechtsbruch wird faktisch zementiert.

Warum diese Hast bei der Verlängerung der Pachtverträge? Die bestehenden Verträge der Kleingärtner laufen noch bis 2020. Warum also jetzt schon verlängern, anstatt mit den Bürgern offen zu diskutieren, wie mit der Kleingartenfrage umgegangen werden soll? Ist diese Diskussion etwa politisch unerwünscht? Noch haben wir die Zeit und die Möglichkeit, das Schlimmste zu verhindern! Denn noch müssen der Senat und das Abgeordnetenhaus der Verlängerung der Pachtverträge zustimmen.

Es geht darum, als Gesellschaft eine einvernehmliche, gemeinsame und gerechte Lösung zu suchen und zu finden und nicht darum, die Menschen gegeneinander auszuspielen. Bleibt man jetzt aber tatenlos, dann wird der heute schon belastende Mietendruck weiter steigen. Berlin wird seinen typischen Charakter als bezahlbare und liebenswerte Metropole unwiderruflich verlieren!

Die betroffenen Kleingärten stehen im Landeseigentum, das heißt, sie gehören allen Berlinern! Die Nutzung dieser Flächen hat daher auch dem Interesse aller Berliner zu dienen! Wohnen muss jeder, bezahlbarer Wohnraum ist ein Menschenrecht! Kein Menschenrecht, sondern ein Privileg, ist die Nutzung einer Kleingartenparzelle!

Den Kleingärtnern sollte man für den Fall, dass es notwendig wird, dass der Garten zum Zwecke der Bebauung aufgegeben werden muss, die freie Wahl zwischen drei Alternativen lassen. Entweder erhält er eine angemessene Entschädigung in Geld oder zu einem symbolischen Kaufpreis eine Freizeitparzelle vor den Toren der Stadt. Als dritte Alternative – und die könnte für viele Kleingärtner ganz besonders interessant sein – ein bevorzugtes Mietangebot für eine Erdgeschosswohnung mit anliegendem Garten in den neu entstehenden Häusern. Ausreichend Platz also für das Gemüsebeet, die Hollywoodschaukel und den Grill.

Die neuen Wohngebiete könnten im Stil der Gartenstädte der 1920er und 1930er Jahre errichtet werden und würden sicherlich genauso viel zu einem erträglichen Stadtklima beitragen wie die jetzigen Kleingartenanlagen. Eine Gestaltung mit Gründächern, ökologische Bauweise und öffentliche Parks könnten zusätzlich dem Klimaschutz dienen. Die immer wieder ins Feld geführte „grüne Lunge“ wird so erhalten und gestärkt. Und allen Kritikern zur Beruhigung: In anderen europäischen Metropolen, die keine innerstädtischen Kleingartenflächen kennen, funktioniert das mit dem Stadtklima ja schließlich auch.

Mir wird wieder und wieder unterstellt, ich verfolge mit meiner Initiative eigene wirtschaftliche Interessen. Ein absurder Vorwurf, denn von vornherein habe ich gefordert, die Bebauung der Kleingartenflächen allein in die Hände der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zu legen.

Also: Wenn Ihnen die Zukunft Berlins am Herzen liegt und „Gartenstädte statt Gartenzwerge“ auch Ihr Ziel ist, dann tun Sie Ihre Meinung kund!
Es ist höchste Zeit, dem Kleingartenirrsinn ein Ende zu bereiten und für eine soziale und familiengerechte Stadt einzutreten. Wer sich jetzt nicht wehrt, hat später auch kein Recht, sich über die Mangelzustände in unserer Stadt zu beklagen.

Arne Piepgras (SPD), geboren 1957, studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und arbeitet seit über 20 Jahren als selbständiger Immobilienprojektentwickler. Piepgras ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt in Berlin-Zehlendorf.

Weitere Offene Briefe

Eine Studie hat ergeben, dass die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner eine zumindest teilweise Bebauung der landeseigenen Kleingartenflächen befürwortet. Befragt wurden 1.000 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Besonders deutlich fällt das Votum bei jungen Menschen aus. Mehr als zwei Drittel (71,2 Prozent) sprechen sich dafür aus, diese Flächen dem Wohnungsbau zuzuführen.

Ausführliche Studie